Bei den Formel-1-Fahrern ist wieder mehr Gefühl gefragt. Ab der neuen Saison, die am 16. März beginnt, müssen die Piloten der rund 770 PS starken Autos ohne Motorbremse auskommen. Diese hat das Auto vor allem beim Kurveneingang stabilisiert.
Die Hinterreifen blockieren nun schneller. So müssen die Fahrer ab jetzt vorsichtiger mit dem Gaspedal umgehen. Auch die so genannte Traktionskontrolle wird es nicht mehr geben. Sie verhinderte bisher das Durchdrehen der Reifen bei der Beschleunigung, was vor allem beim Start hilfreich war. Dafür sind die Rennwagen aller WM-Teilnehmer jetzt mit einer einheitlichen Elektronik ausgestattet. Die Standardelektronik "SECU" wird vom McLaren-Tochterunternehmen MES geliefert und soll die Kosten in der finanziell höchst aufwändigen Formel 1 weiter eindämmen.
Kostensparend soll sich auch die neue Getriebe-Regel auswirken. Die Getriebe müssen nun an vier aufeinander folgenden Rennwochenenden verwendet werden und daher noch haltbarer sein. Muss die Einheit vorzeitig gewechselt werden, wird der Fahrer zur Strafe um fünf Plätze in der Startaufstellung nach hinten versetzt. Der Motor muss weiterhin zwei Rennen halten. Tut er das nicht, geht es für den Piloten um zehn Startplätze nach hinten.
In der Qualifikation für die Startaufstellung gibt es eine neue Benzin-Klausel: Die zehn Besten des Zeittrainings dürfen nicht mehr mit der im letzten Abschnitt verbrauchten Spritmenge wieder betankt werden. Dies führt zu veränderten Rennstrategien. Außerdem werden in diesem Jahr dem Treibstoff 5,75 Prozent Bio-Sprit beigefügt.
Es bleibt dabei, dass nach dem ersten und dem zweiten Qualifying jeweils sechs Autos (bei einer Gesamt- Teilnehmerzahl von wie bisher 22) gestrichen werden. Für den ersten Durchgang sind 20 Minuten vorgesehen, für den zweiten 15 und für den dritten zehn Minuten.
Kommt das Safety-Car bei Regen zum Einsatz müssen alle Autos mit Extremwetter-Reifen ausgerüstet werden. Nach den Vorfällen der vergangenen Saison - wie beim Regenrennen in Japan, als es zu mehreren Kollisionen kam - erhöht die Regel 2008 den Mindestabstand von fünf auf zehn Autolängen. Aus Sicherheitsgründen müssen im Bereich des Fahrerkopfes die Seiten des Cockpits um 5cm höher gezogen sein als 2007. Untersagt ist die Verwendung eines Ersatzwagens, des so genannten T-Cars.