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Max Mosley, in Verruf geratener Fia-Präsident, hat die renommierte britische Detektei Quest beauftragt, die Leute zu enttarnen, die ihn angeblich in eine Falle lockten. Mosleys bizarre Sexspiele mit fünf Prostituierten haben ihn als moralische Instanz der Formel 1 angreifbar gemacht.
(Quelle/Welt.de) Max Mosley (68) rüstet sich für seinen letzten großen Kampf mit den schärfsten Waffen. Der in Verruf geratene Präsident des Automobil-Weltverbandes Fia hat die renommierte britische Detektei Quest beauftragt, die Leute zu enttarnen, die ihn angeblich in eine Falle lockten. Mosleys bizarre Sexspiele mit heruntergelassener Hose in einem Londoner Appartement im Beisein von fünf Prostituierten machten ihn als moralische Instanz der Formel 1 schwer angreifbar.
Am 3. Juni entscheidet die Fia-Generalversammlung über die Absetzung des arg gezausten Briten. Mit der Enttarnung der Drahtzieher will er seinen Kopf retten. Noch wichtiger wird es für den Spitzenfunktionär sein, die Nazi-Vorwürfe zu widerlegen. Dafür erhielt er Schützenhilfe von hochrangigen Fia-Mitarbeitern. Sie bestellten den Juristen Anthony Scrivener für ein angeblich unabhängiges Gutachten, der die Nazi-Verdächtigungen im Zusammenhang mit der Sexaffäre bewerten soll. Scrivener ist Richter am Berufungsgericht der Fia und studierte zur selben Zeit an derselben Hochschule Jura wie Mosley.
Radovan Novak, tschechisches Mitglied des Fia-Motorsportweltrates, ließ durchblicken, dass er den Ausgang des Votums am 3. Juni in Paris für offen hält. „Die Chancen stehen 50:50“, sagte er. Bei einer Probeabstimmung hätten neun Delegierte für Mosley und neun Mitglieder gegen ihn gestimmt bei sechs Enthaltungen. Novak sorgte zudem mit der Andeutung für Aufsehen, es könne der von Mosley jahrelang gegängelte McLaren-Chef Ron Dennis hinter einem Komplott stehen. Dennis wies in einem Statement die Verdächtigungen zurück.
Mosley zeichnet ein unstillbarer Machterhaltungstrieb aus. Seit 1993 als Fia-Chef im Amt, drückte er Änderungen des Reglements auch gegen den Widerstand der mächtigen Automobilhersteller durch. Er sieht seine Mission erst 2009 beendet. Dann will er freiwillig zurücktreten. Ein Fia-Sprecher sagt: „Bevor er geht, wird er die anstehenden Probleme lösen.“
Ob Mosley bei einem Rücktritt tatsächlich ein Vakuum hinterlässt, ist offen. Für Ecclestone wird es schon jetzt brenzlig. Der Chefpromoter garantiert den Rennstreckenbetreibern den Start von 22 Autos. Nach dem Rückzug von Super Aguri bleiben zwei Startplätze frei. Die Hockenheimring GmbH wird mit Interesse registrieren, wie Ecclestone seinen Verpflichtungen nachkommen will. Am Wochenende beim Preis der Türkei kann er den Engpass noch bequem aussitzen. Ecclestone ist auf dem asiatischen Kurs selbst der Veranstalter.
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