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Jean Todt im Interview zu seinem Rücktritt PDF Drucken E-Mail
Samstag, 22. März 2008
 

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Beitragsinhalt
Jean Todt im Interview zu seinem Rücktritt
Seite 2
Seite 3
 

Frage: "Das war nicht meine Frage. Wärst du dazu bereit, für die FIA zu arbeiten?"

Todt: "Das ist das übliche Frage-und-Antwort-Spiel. Ich werde mich nicht auf Spekulationen einlassen. Ich bin kein junger Mann mehr, aber ich habe das Gefühl, dass ich noch zu jung bin, um in Rente zu gehen. Ich möchte weiterhin verschiedene Herausforderungen in meinem Leben haben. Ich hatte nie Zeit, um wirklich darüber nachzudenken, denn ich habe mich immer voll und ganz auf meine Arbeit konzentriert. Ich habe über viele Jahre hinweg 14 Stunden am Tag gearbeitet. Jetzt werde ich mit der Hälfte meiner Zeit erst einmal meine Verpflichtungen gegenüber Ferrari erfüllen, und mit der anderen Hälfte meiner Zeit werde ich andere Dinge machen."

"Ich werde mich um den Bau des neuen medizinischen Instituts kümmern, der in einem Monat in Paris losgeht. In zwei Jahren wollen wir fertig sein. 25.000 Quadratmeter, acht Stockwerke, 1.000 der besten Forscher der Welt. Zufällig ist der Präsident Gérard Saillant, der im Moment Präsident der Medizinischen Kommission der FIA ist. Ich arbeite mit außergewöhnlichen Menschen zusammen. Acht von zehn Menschen werden von Krankheiten des Nervensystems betroffen sein. Daher finde ich es sehr erfüllend, zu einem solchen Projekt beitragen zu können - und natürlich auch zu einigen anderen."

Frage: "Nehmen wir mal an, dass dir der Rennsport eines Tages fehlen wird, könntest du dann verlockt sein, mit einem anderen Team als Ferrari zurückzukehren?"

Todt: "Wenn man in einer Position wie ich bei Ferrari war, dann ist das fast unmöglich. Ich habe im Motorsport schon so viel gemacht, aber es gibt nicht nur den Motorsport, sondern so viele andere Dinge auf der Welt. Ich habe gerade die Medizin erwähnt. Solchen Dingen kann man Zeit und Hingabe widmen. Es geht nur darum, dass man dazu in der Lage ist, und das bin ich heute."

Frage: "Du hast mit Michael Schumacher und Ross Brawn ein fantastisches Team aufgebaut. Machst du dir Sorgen, dass Ferrari ohne euch nicht mehr so erfolgreich sein könnte, wenn man zum Beispiel an das Rennen in Melbourne denkt?"

Todt: "Nein. Für mich steht das Wort Team für eine Gruppe von Menschen. Ich war der Anführer. Ich habe in meiner Karriere großartige Teams im Rallye- und im Sportwagensport wie in der Formel 1 aufgebaut, aber immer nur dank hervorragender Menschen, die mir dabei geholfen haben. Ich war wie Karajan - nur der Dirigent. Aber man braucht auch die Musiker, denn sonst kommt kein Ton dabei heraus."

"Was Australien angeht, war ich sehr enttäuscht, bei meinem ersten Grand Prix nach 246 Grands Prix so etwas zu erleben. Aber ich selbst habe auch solche Wochenenden gehabt. Wir wissen, dass wir ein sehr gutes Team haben, talentierte Fahrer und ein sehr gutes Auto. Wir müssen nur alle Puzzlesteine zusammenbauen, dann werden wir Rennen gewinnen. Da bin ich mir sicher. Das macht mich glücklich."

Frage: "Wie groß ist der Druck auf deinen Nachfolgern, die an deinem Erfolg gemessen werden? Ist es für sie schwierig, in deine Fußstapfen zu treten?"

Todt: "Dieses Geschäft ist hart. Es war für mich bis zum letzten Rennen in Brasilien hart. Das war natürlich ein fantastisches Rennen, aber ich war vom ersten bis zum letzten Rennen motiviert. Natürlich wird es hart für meine Nachfolger, aber Ferrari ist etwas ganz Besonderes. Die Formel 1 ist eine harte Welt und Ferrari steht im Mittelpunkt. Das ist der Preis, den man in Kauf nehmen muss, aber wenn man erfolgreich ist, ist der Lohn umso schöner. Unterm Strich stimmt die Balance."



   

Schlüsselworte : Todt, Ferrari


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